Die Risiken einer Bauchdeckenstraffung sind für viele Patientinnen und Patienten der wichtigste Punkt bei der Entscheidung, und das zu Recht. Die Abdominoplastik ist ein größerer Eingriff der plastischen Chirurgie, der in der Regel in Vollnarkose durchgeführt wird und einige Wochen Erholung verlangt. Wer weiß, was im Operationssaal passiert, was danach normal ist und was nicht, geht besser informiert in die Operation und kann mögliche Komplikationen früher erkennen.
Wie läuft eine Bauchdeckenstraffung in Wien ab?
Am Operationstag kommen Sie entsprechend den vereinbarten Nüchternheitsregeln in die Klinik. Ich zeichne im Stehen die Schnittführung und die zu entfernende Haut an, denn in aufrechter Haltung lässt sich der Hautüberschuss besonders gut beurteilen. Danach übernimmt das Narkoseteam, mit dem Sie bereits im Vorgespräch alle Fragen zur Vollnarkose geklärt haben.
Die eigentliche Operation gliedert sich in mehrere Schritte, die bei einer klassischen Abdominoplastik in ähnlicher Reihenfolge ablaufen:
- Zuerst setze ich den queren Schnitt oberhalb der Schambehaarung von Hüfte zu Hüfte und einen Schnitt um den Bauchnabel, der dabei an seiner Stelle mit der Bauchwand verbunden bleibt.
- Dann löse ich die Bauchhaut mit dem darunterliegenden Fettgewebe in dem für die Straffung erforderlichen Umfang von der Bauchwand ab, wobei ich die wichtigen Blutgefäße so weit wie möglich schone.
- Liegt eine Rektusdiastase vor, straffe ich die verbreiterte Bindegewebsstruktur zwischen den geraden Bauchmuskeln mit festen Nähten. Dadurch kann die Bauchdecke flacher und die Taille schmaler werden.
- Anschließend ziehe ich die gelöste Haut nach unten, entferne den Überschuss und bringe den Bauchnabel durch eine neue kleine Öffnung in seine natürliche Position.
- Zum Schluss lege ich bei Bedarf Drainagen ein, verschließe die Wunde in mehreren Schichten mit feinen Nähten und lege den Verband sowie die Kompressionswäsche an.
Je nach Umfang und ob zusätzlich eine Fettabsaugung der Flanken erfolgt, dauert der Eingriff etwa zwei bis vier Stunden. Bei einer Miniabdominoplastik entfällt in der Regel das Versetzen des Bauchnabels, der Schnitt ist kürzer und die Operation weniger umfangreich.
Geht eine Bauchdeckenstraffung auch ohne Vollnarkose?
Die klassische Bauchdeckenstraffung führe ich in Vollnarkose durch. Das großflächige Ablösen der Bauchhaut und die gegebenenfalls erforderliche Straffung der Bauchwand machen eine zuverlässige Schmerzausschaltung notwendig. Eine Vollnarkose ist bei sorgfältiger Vorbereitung und Überwachung ein etabliertes Anästhesieverfahren, das jedoch wie jede Narkose mit Risiken verbunden ist. Während des gesamten Eingriffs werden Ihre wichtigen Körperfunktionen vom Anästhesieteam überwacht.
Eine Ausnahme kann die Miniabdominoplastik mit begrenztem Hautüberschuss unterhalb des Bauchnabels sein. Diese lässt sich bei geeigneten Voraussetzungen auch unter lokaler Betäubung in Kombination mit einem Dämmerschlaf und gegebenenfalls ambulant durchführen. Ob das bei Ihnen möglich ist, kläre ich im Beratungsgespräch.
Wie lange bleibe ich in der Klinik?
Nach einer klassischen Bauchdeckenstraffung bleiben Sie in der Regel zwei Tage stationär. In dieser Zeit werden Kreislauf, Wunden und gegebenenfalls eingelegte Drainagen kontrolliert, die Schmerztherapie wird angepasst und Sie lernen, wie Sie sicher aufstehen und gehen. Die Drainagen werden abhängig von der Wundflüssigkeitsmenge und dem Heilungsverlauf häufig noch in der Klinik oder bei einer der ersten Nachkontrollen entfernt. Sie sollten sich für die Heimfahrt abholen lassen, da Sie unmittelbar nach der Operation nicht selbst Auto fahren dürfen.
Welche Risiken hat eine Bauchdeckenstraffung wirklich?
Ganz ohne Risiken ist kein operativer Eingriff möglich. Entscheidend ist, dass Sie die möglichen Komplikationen kennen, wissen, welche Faktoren das Risiko erhöhen und was im Fall einer Komplikation getan werden kann. Wie häufig einzelne Beschwerden auftreten, hängt unter anderem vom Umfang der Operation, bestehenden Vorerkrankungen und individuellen Risikofaktoren ab.
Die wichtigsten Risiken der Abdominoplastik sind:
Wundheilungsstörungen
Wundheilungsstörungen gehören zu den häufigeren Komplikationen. Die Bauchhaut wird über eine größere Fläche gelöst, wodurch die Durchblutung bestimmter Hautbereiche vorübergehend beeinträchtigt sein kann. Besonders im mittleren Bereich der Narbe oberhalb des Schambereichs, wo die Spannung häufig am größten ist, kann es zu einer verzögerten Heilung oder einer kleinen offenen Stelle kommen.
Kleinere Wundheilungsstörungen lassen sich häufig mit gezielter Wundpflege behandeln und heilen innerhalb einiger Wochen ab. Bei ausgeprägten Durchblutungsstörungen oder abgestorbenem Gewebe können jedoch weitere Behandlungen oder operative Maßnahmen notwendig werden. Raucher haben ein deutlich erhöhtes Risiko, weshalb der Nikotinverzicht vor und nach der Operation besonders wichtig ist.
Serom
Ein Serom ist eine Ansammlung von Wundflüssigkeit im Operationsgebiet, meist zwischen der angehobenen Bauchhaut und der darunterliegenden Bauchwand. Es kann sich als weiche, teilweise verschiebliche Schwellung zeigen. Kleinere Serome bilden sich häufig von selbst zurück. Größere Flüssigkeitsansammlungen müssen unter Umständen mit einer feinen Nadel punktiert werden, gelegentlich auch mehrfach. Je nach Befund kann eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein. Drainagen und bestimmte Nahttechniken können das Seromrisiko reduzieren. Die Kompressionswäsche wird zur Unterstützung der Heilung eingesetzt. Ob sie das Auftreten von Seromen zuverlässig verhindert, ist wissenschaftlich allerdings nicht eindeutig belegt.
Nachblutung und Infektion
Eine Nachblutung kann insbesondere in den ersten Stunden oder Tagen nach der Operation auftreten und in manchen Fällen einen erneuten operativen Eingriff erforderlich machen. Deshalb werden Sie nach der Bauchdeckenstraffung zunächst in der Klinik überwacht. Auch Infektionen sind möglich. Sie lassen sich häufig mit Antibiotika behandeln, können bei ausgeprägtem Verlauf aber zusätzliche Maßnahmen notwendig machen. Anzeichen sind zunehmende Rötung, Überwärmung, Schmerzen, eitriges Wundsekret oder Fieber. Wenn Sie solche Veränderungen bemerken, melden Sie sich bitte umgehend in meiner Ordination beziehungsweise beim behandelnden Klinikteam. Bei starken Beschwerden oder rascher Verschlechterung sollten Sie unmittelbar ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Thrombose und Embolie
Zu den schwerwiegenden Risiken einer Bauchdeckenstraffung gehören venöse Thrombosen und Lungenembolien. Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel, beispielsweise in einer tiefen Beinvene. Löst sich ein Teil davon und gelangt in die Lunge, kann eine lebensbedrohliche Lungenembolie entstehen. Das Risiko wird unter anderem durch den größeren operativen Eingriff, die vorübergehend eingeschränkte Mobilität und individuelle Faktoren wie Übergewicht, Rauchen oder bereits bestehende Gerinnungsstörungen beeinflusst.
Zur Vorbeugung gehören eine möglichst frühe Mobilisation, geeignete Kompressionsmaßnahmen und bei entsprechendem Risiko eine medikamentöse Thromboseprophylaxe. Ob und wie lange blutverdünnende Spritzen erforderlich sind, wird anhand Ihres persönlichen Risikoprofils festgelegt. Meist stehen Sie bereits am Tag der Operation oder spätestens am folgenden Tag mit Unterstützung auf und gehen kurze Strecken.
Plötzliche Schmerzen oder Schwellungen in einer Wade können Hinweise auf eine Thrombose sein und müssen umgehend ärztlich abgeklärt werden. Bei plötzlich auftretender Atemnot, Brustschmerzen oder Kreislaufbeschwerden müssen Sie sofort den Notruf 144 verständigen.
Narben
Die Narbe ist keine Komplikation, sondern ein unvermeidbarer Bestandteil der Bauchdeckenstraffung. Sie verläuft bei der klassischen Technik quer über den Unterbauch von Hüfte zu Hüfte. Zu den möglichen Problemen zählen verbreiterte, verdickte oder über längere Zeit gerötete Narben, die insbesondere bei entsprechender Veranlagung entstehen können. An den Narbenenden können außerdem kleine Hautfalten zurückbleiben, sogenannte Dog Ears, die sich bei Bedarf durch einen zusätzlichen Eingriff korrigieren lassen.
Mit geeigneter Narbenpflege, Sonnenschutz und gegebenenfalls Silikonauflagen kann das Erscheinungsbild der Narben günstig beeinflusst werden. Die Narbenreifung dauert häufig zwölf bis 18 Monate. Eine vollständig unsichtbare Narbe lässt sich jedoch nicht garantieren.
Taubheitsgefühl
Viele Patientinnen und Patienten haben nach der Operation ein Taubheitsgefühl am Unterbauch zwischen Bauchnabel und Narbe, da beim Ablösen der Haut feine Hautnerven durchtrennt oder beeinträchtigt werden können. Die Empfindlichkeit verbessert sich im Laufe mehrerer Monate häufig wieder. Dieser Prozess kann allerdings auch deutlich länger dauern, und ein kleiner Bereich oberhalb der Narbe kann dauerhaft weniger empfindlich bleiben. Ich erwähne das vorab, damit Sie auf diese mögliche Folge vorbereitet sind.
Unzufriedenheit mit dem Ergebnis
Auch Asymmetrien, ein etwas höher oder tiefer stehender Bauchnabel oder ein verbleibender Hautüberschuss sind mögliche unerwünschte Ergebnisse, besonders nach sehr starkem Gewichtsverlust. Kleinere Korrekturen können nach ausreichender Gewebeheilung sinnvoll sein. Häufig ist es empfehlenswert, die Narbenreifung und das endgültige Ergebnis zunächst über mehrere Monate abzuwarten. Ich bespreche mit Ihnen vorab realistisch, welches Ergebnis Ihre Haut und Ihre Bauchdecke zulassen.
Wie stark sind die Schmerzen nach einer Bauchdeckenstraffung?
Ich möchte Ihnen nichts schönreden: Die ersten zwei bis drei Tage können unangenehm sein. Viele Patientinnen und Patienten beschreiben ein deutliches Spannungsgefühl und muskelkaterähnliche Schmerzen an der Bauchdecke, vor allem beim Aufstehen, Husten oder Lachen. Wurde zusätzlich eine Straffung der Bauchwand durchgeführt, können die Schmerzen stärker ausfallen als bei einer reinen Hautstraffung.
In der Klinik erhalten Sie eine abgestimmte Schmerztherapie. Für die Zeit zu Hause verschreibe ich Ihnen geeignete schmerzlindernde Medikamente, die Sie entsprechend dem vereinbarten Einnahmeplan anwenden sollten. In den ersten Tagen kann eine regelmäßige Einnahme sinnvoll sein, damit die Schmerzen nicht unnötig stark werden.
Zusätzlich hilft eine leicht gebeugte Haltung dabei, die Spannung auf die Naht zu reduzieren. Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper und angewinkelten Beinen und gehen Sie in den ersten Tagen gegebenenfalls leicht vorgebeugt. Die Kompressionswäsche kann die Bauchdecke unterstützen und das Spannungsgefühl reduzieren.
Ab dem vierten bis fünften Tag lassen die Schmerzen bei vielen Patientinnen und Patienten allmählich nach. Nach etwa einer Woche kommen manche bereits mit weniger Schmerzmitteln aus. Nach zwei Wochen besteht häufig nur noch ein Spannungsgefühl bei bestimmten Bewegungen. Der Schmerzverlauf ist allerdings individuell unterschiedlich. Schmerzen, die trotz Medikamenten deutlich zunehmen, plötzlich auftreten oder mit weiteren Beschwerden verbunden sind, gehören nicht zum gewöhnlichen Heilungsverlauf und sollten umgehend ärztlich abgeklärt werden.
Wann darf ich was wieder tun?
Die Belastbarkeit kehrt schrittweise zurück. Zur Orientierung sind folgende Richtwerte hilfreich, die ich bei jeder Kontrolle an Ihren individuellen Heilungsverlauf anpasse:
- Mobilisation: Bereits am Operationstag oder spätestens am folgenden Tag stehen Sie mit Unterstützung auf und gehen kurze Strecken, um unter anderem einer Thrombose vorzubeugen.
- Duschen und Fäden: Wann Sie wieder duschen dürfen, hängt von der Wundversorgung und gegebenenfalls vorhandenen Drainagen ab. Häufig ist vorsichtiges Duschen bereits früher als nach zehn Tagen möglich, sofern ich es freigebe. Nicht selbstauflösende Fäden werden meist nach etwa zehn bis 14 Tagen entfernt.
- Alltag und Beruf: Nach etwa zwei Wochen sind leichte Alltagstätigkeiten häufig wieder möglich. Bei einer Bürotätigkeit sollten Sie meist etwa zwei bis drei Wochen Erholungszeit einplanen. Autofahren ist erst wieder erlaubt, wenn Sie sich ausreichend bewegen, sicher reagieren und eine Notbremsung schmerzfrei durchführen können und keine beeinträchtigenden Medikamente mehr einnehmen.
- Körperliche Belastung: In den ersten vier bis sechs Wochen sollten Sie nichts Schweres heben, auch keine Kleinkinder. Die Kompressionswäsche tragen Sie entsprechend meinen Anweisungen in der Regel etwa sechs Wochen.
- Sport und Freizeit: Nach etwa sechs Wochen können Sie bei unkompliziertem Heilungsverlauf und nach ärztlicher Freigabe mit leichtem Ausdauersport beginnen. Sauna und Schwimmbad sind erst nach ausreichender Wundheilung und entsprechender Freigabe empfehlenswert.
- Krafttraining: Bauchmuskeltraining und intensives Krafttraining sind meist erst nach etwa acht bis zwölf Wochen sinnvoll, insbesondere wenn eine Rektusdiastase korrigiert wurde und die Bauchwand ausreichend belastbar ist.
Schwellungen können drei Monate und länger bestehen bleiben, besonders oberhalb der Narbe, wo der Lymphabfluss zunächst beeinträchtigt sein kann. Das Ergebnis lässt sich nach etwa sechs Monaten meist gut beurteilen. Bis die letzten Schwellungen abgeklungen sind und die Narben vollständig ausgereift sind, können jedoch zwölf Monate oder länger vergehen.
Wie kann ich die Risiken selbst senken?
Vieles liegt in Ihrer Hand. Wichtige Voraussetzungen sind ein stabiles Gewicht, der Verzicht auf Nikotin für möglichst mindestens vier Wochen vor und nach der Operation und eine sorgfältige Überprüfung aller regelmäßig eingenommenen Medikamente.
Blutverdünnende Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die die Blutgerinnung beeinflussen können, müssen vor dem Eingriff besprochen werden. Ob sie pausiert oder angepasst werden sollen, klären wir gegebenenfalls gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt. Bitte setzen Sie verordnete Medikamente niemals eigenständig ab.
Nikotin beeinträchtigt die Durchblutung und erhöht das Risiko für Wundheilungsstörungen. Auch bestimmte Vorerkrankungen, Übergewicht und Gerinnungsstörungen können das Komplikationsrisiko beeinflussen. Deshalb frage ich als Facharzt im Vorgespräch gezielt nach solchen Faktoren und veranlasse bei Bedarf zusätzliche Untersuchungen.
Nach der Operation sind frühes Gehen, das Tragen der verordneten Kompressionswäsche und die Einhaltung aller Kontrolltermine wichtig. Achten Sie außerdem darauf, die empfohlenen Belastungsgrenzen einzuhalten und die Wunden entsprechend meinen Anweisungen zu pflegen.
Und: Melden Sie sich lieber einmal zu oft als einmal zu wenig, wenn Ihnen etwas ungewöhnlich erscheint. Eine frühzeitige Untersuchung kann helfen, mögliche Komplikationen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Wenn Sie eine Bauchdeckenstraffung in Erwägung ziehen und wissen möchten, welche Risiken in Ihrem persönlichen Fall relevant sind, lade ich Sie zu einem ausführlichen Gespräch in meine Ordination in Wien ein. Ich erkläre Ihnen den Ablauf der Operation Schritt für Schritt, beantworte alle Fragen zu Narkose, Schmerzen und Erholungszeit und nehme mir die Zeit, die Sie für eine gut informierte Entscheidung brauchen.